Ständig werden wir benotet – seien es Schulaufgaben, Tests, Referate, Unterrichtsbeiträge, Exen oder Abfragen. Es gibt ganz viele Varianten, doch eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind ungerecht. Warum, zeigen wir euch hier:

 

1. Du bist schlechter, wenn Deine Klasse besser ist

LehrerInnen müssen den Bewertungsschlüssel ganz danach festsetzen, wie die Klasse abschneidet. Sind mehr Schülerinnen und Schüler Deiner Klasse schlecht in einer Prüfung, wird lockerer bewertet. Mit 27 von 30 Punkten könntest Du also noch eine 1 haben. Währenddessen wirst Du in einer Klasse, in der die Schülerinnen und Schüler besser abschneiden, mit den 27 von 30 Punkten schon eine 2 bekommen. Deine Note hängt also nicht nur von Dir ab, denn mit genau den gleichen Antworten kannst du zwei unterschiedliche Noten bekommen.

 

2. Getestet wird nur ein Bruchteil von dem, was Du lernst (und dann wieder vergisst)

Repräsentativ? Fehlanzeige! Wer kennt es nicht: Du lernst den ganzen Stoff von A bis Z, schreibst dann eine Schulaufgabe und ein Themenblock kommt gar nicht dran. Einige andere werden nur angeschnitten – und nur ein einziges Thema wird ausführlich abgefragt. Da gehört ein bisschen Glück dazu.

Und das wusste auch schon Seneca im ersten Jahrhundert n. Chr.: „Non vitae, sed scholae discimus.“ („Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir.“), schreibt er. Damit kritisiert er, dass uns das Bildungssystem zu einem bulemieartigen Lernen verleitet. Und das bereitet eben nicht geeignet auf das Leben vor.

 

3. Es geht nicht um Dein Wissen, sondern um Deine Performance

„Wenn schon scheiße, dann mit Schwung“, besagt ein altkluges Sprichwort, und es behält recht: Trittst Du sicher auf, ist Deine mündliche Note besser. Manche haben da also ein leichtes Spiel, auch wenn sie vielleicht sogar ein Thema überhaupt nicht verstehen. Bist Du aber dahingegen schüchtern oder unsicher, wird Dir nicht etwa nur ein Punkt abgezogen – Du wirkst gleich komplett anders und wirst dementsprechend bewertet.

Es geht hier also keinesfalls nur um das, was Du tatsächlich weißt. Das führt zu der Frage: Was bewerten Noten denn eigentlich?

 

4. Sympathie und Laune bestimmen Deine Note

Nicht nur der Schwierigkeitsgrad und die Korrekturstrenge deiner Lehrerin oder deines Lehrers wirken sich auf die Note aus. Sympathie spielt eine wichtige Rolle, es kommt also auf Dein Aussehen, Dein Geschlecht und Deinen Draht zur Lehrkraft an. Genauso aber auch schlicht und einfach auf ihre Laune.

 

5. Noten sagen nichts über Deinen Lernfortschritt aus

Vielleicht ist für Dich eine Verbesserung von einer 5 auf eine 4 total gut, das ist aber egal: Gemessen wird nämlich nicht Dein individueller Lernfortschritt, sondern Dein Rang in der Klasse.